Zeit vergeht 3

21. April 2012

Zeit vergeht 2

20. April 2012

Zeit vergeht 1

19. April 2012

Voraussicht?

18. April 2012

Könnte sein, dass es sie gibt, als sporadisch auftretende Fähigkeit von Individuen oder auch Gruppen. Aber sie verhindert nicht und führt nicht herbei. Ihr Nachteil: sie hält sich zu dicht an Erwartungen und Vorstellungen, die aus Wünschen und Ängsten geboren werden. Die eintretende Wirklichkeit hingegen ist immer schon erwachsen. Sie wird nicht geboren. Sie kommt aus dem Werden auf uns zu. Sie wird nicht älter, sie verjüngt sich, bis sie uns schließlich trifft.
Das meiste von dem, was vorausgesehen wird, geht an uns vorbei. Es verfehlt uns, weil wir auf unsere Voraussichten fixiert sind und keinen Blick, keine Aufmerksamkeit übrig haben für das, was uns wirklich angeht. Zwischen dem Wahrscheinlichen und dem Unwahrscheinlichen verläuft ein Grat, ist ein Seil gespannt, das weite Aussichten gestattet, aber zu hoch und zu dünn ist, um darauf zu balancieren.
Merkwürdigerweise sind es die unvorhersehbaren Ereignisse, die dem Leben eigentlich Grund und Richtung geben. Sie sind der Voraussicht entzogen. Mehr als Voraussicht hat Zuversicht mit ihnen zu tun.

Gutmütigkeit

17. April 2012

„Der Adel der Gesinnung“, behauptet Nietzsche, „besteht zu einem großen Teil aus Gutmütigkeit und Mangel an Misstrauen und enthält also gerade das, worüber sich die gewinnsüchtigen und erfolgreichen Menschen so gerne mit Überlegenheit und Spott ergehen“.
Gutmütigkeit schließt eine gewisse Bereitschaft, ja Anfälligkeit für Mitgefühle ein. Vielleicht sogar eine gewisse Unbelehrbarkeit. Eine gutmütige Person macht natürlich auch schlechte Erfahrungen, sie wird übers Ohr gehauen, übervorteilt.
Aber für ihre Gutmütigkeit bleibt das anscheinend folgenlos.
Sie geht durch üble Erfahrungen hindurch, aber sammelt sie nicht, schleppt sich mit ihnen nicht ab. Das erneuert ihren guten Mut und macht die Frische und Einfalt aus, die den ‚Adel der Gesinnung‘ kennzeichnet. Der geht den Karrieristen und Krämerseelen ab, weil sie alles nach Tauschwert beurteilen und sich im Zweifel an Erfahrungen halten, die ihrem Unmut nachlegen.

Narzissen

16. April 2012

Immerblüher.

Sie halten Position, wenn in den Anlagen und Gärten die Zeit der andren vorbei ist.
Sie dauern über die Winter, unempfindlich gegen Trockenheit, Hitze und Schnee.
Erst die Jahrzehnte lassen sie erblassen.
Grelles Licht bleicht sie nach und nach aus.
Dann landen sie am Ende im
Sack, der ähnlich gelb ist wie sie.

nächtliche Diebe

15. April 2012

Unsere Träume holen sich aus den Tagen, was diese lieber beiseite gelassen hätten.
Sie verschleppen diese angegangenen und versengten Randstücke in die Nächte.
Dort machen sie Burlesken und Travestien, blähen Schauerromanfragmente und Melodramen.
Dabei würden wir diese ausgesparten Dunkelzeiten lieber traumlos verbringen, in erholsamem Tiefschlaf.
Vielleicht deuten ihre Feld- und Beutezüge auf Vergeltung.
Als rächten sie sich für die Zeit, die wir ihnen nicht gelassen, für Aufmerksamkeit, die ihnen nicht geschenkt, für Zuwendung, die ihnen entzogen, für Genugtuung, die ihnen vorenthalten worden ist.
„Der holte sich aus den Jahrhunderten nur, was sie gern vergessen hätten.“ *

*) E. Canetti, Nachträge aus Hampstead, 124

Ermutigung

14. April 2012

sich auf Stücke einlassen,
hier ein Bitchen, dort ein Bitchen,
in den Teilen aufs Ganze gehen …

eingemacht

13. April 2012

passend zum Datum

eingemacht

eher

12. April 2012

eher unauffällig