Archiv der Kategorie ‘Allgemein‘
sublimer Ort
Montag, den 6. Februar 2012da war doch was
Montag, den 6. Februar 2012versunken
Sonntag, den 5. Februar 2012einer
Samstag, den 4. Februar 2012aus voller Brust
Freitag, den 3. Februar 2012Aus voller Brust hüsteln.
Aus voller Brust eine Schlange bei ihren ersten Flugversuchen beobachten.
Aus voller Brust auf Spitzbergen im dortigen Eiscafé Dolomit einen Sahnepunsch schlürfen.
Das sind die Genüsse, um die einen dies Leben gebracht hat.
In einen leeren Brustkorb geboren zu sein, so was wächst sich nicht aus.
Gewiss, für alles gibt es Ersatz.
Erdenke ihn, um ihn zu finden!
Auf dem Radarschirm den Wolkenflug,
dem Ziehen der Zugvögel nachgehen …
Andere sind zu bedauern: sie sehen nicht mal schwarzweiß.
Sie müssen, ständig gebückt, ihre unentwegt nachwachsenden Fußnägel schneiden und den Melkschemel rücken, der sie mit Not vom Erdboden abhält.
Und unaufhörlich die lästige Frage, wozu?
Inzwischen mag man die flimmernden Schatten, die über den Monitor gehen.
Zwischen den Rippenbögen flattert die Wäsche.
Thorax und Pneuma lassen sich jetzt ohne Fernglas und Brille studieren.
In entrückten Momenten spielt einer Jona im Bauch eines Wals, durch dessen Brustkorbgestänge Gischt hereinschlägt und Abgrund und Abgrund sich zuzwinkern.
Im übrigen muss es nicht Spitzbergen sein.
Sahnepunsch schadet den Zähnen und
Schlangen, die fliegen, lenken bloß ab, wo
es doch Brennenderes gibt, Protuberanzen und Pusteln, die in der Salzkruste aufbrechen.
Einst wird es sowieso kein Vergnügen mehr sein, in Eiscaféstühlen zu lehnen.
Die Elemente sind, dem Vernehmen nach, mürbe. Und inzwischen kehrt auch der schwärzeste Rabe, den ein Gedanke ausschicken kann, nicht mehr zurück aus Sekunden und Spalten, die der Weltboden aufwirft.
Wolken
Donnerstag, den 2. Februar 2012Kaltwasser
Mittwoch, den 1. Februar 2012himmlische Harmonie
Dienstag, den 31. Januar 2012Es drängt immer wieder, gegen seichte und flache Auffassungen von ‚Harmonie’ anzugehen. Auffassungen, in denen sie vorwiegend als Glättung und Einebnung von Widersprüchen und Dissonanzen erscheint. Denn das ist leider auch heute noch immer der verbreitete und wenig bestrittene Begriff davon.
Am ehesten entspricht dem eigentlichen Konzept von Harmonie, wie es aus der Antike überliefert ist, das biblisch-hebräische schalom.
„The essence of peace (shalom) is to unite two opposites”, schreibt R. Nachman und erinnert an die Ableitung von schamajim (Himmel) aus ´sch und majim, Feuer und Wasser. *
Eben weil dieses Erhabene über unseren Köpfen, um unseren Erdball herum und insbesondere in uns nun einmal im Prinzip (und hauptsächlich) aus Feuer & Wasser besteht – Einheit im Widerstreit, konkordante Disssonanz.
*) The Religious Thought of Chasidism, ed. Norman Lamm, 1999, p. 416
selbstreflexiv
Montag, den 30. Januar 2012„Wenn dir jemand begegnet, an dem du aus irgendeinem Grunde Anstoß nimmst, bilde dir ein, du sähest in einen Spiegel und erblicktest darin nicht die andere Person, sondern dich selbst.“ *
Die wunderbare Gabe oder Fähigkeit der Nächstenachtung (manchmal auch Nächstenliebe genannt) hängt an der Bereitschaft, dieses Gegenüber anzunehmen, bzw. eine andere/ein anderer sein zu können als man selbst. Ausschlaggebend ist die Einsicht: Ich könnte genauso gut mein Gegenüber, mein Gegenüber könnte genauso gut Ich sein. In der Welt hinter den Spiegeln ist es auch so: Du ist dort in Wirklichkeit Ich. Bloß hier sind wir es zufällig nicht.
*) nach: The Religious Thought of Chasidism, ed. Norman Lamm, 1999, p. 422







