Monatsarchiv für Mai 2012

beim Betreten

Donnerstag, den 31. Mai 2012

schon wieder Tagebuch

Mittwoch, den 30. Mai 2012

Die engagiertesten Gegner des täglichen Aufzeichnens findet man unter den Tagebuchschreibern.
Den Tag Revue passieren zu lassen halten sie für eine unsinnige Schau. Diarien sind eine Unsitte, eine üble Gewohnheit. Ein befremdender Einschlag in den ansonsten sinnvollen alltäglichen Ablauf. Du drehst dich neunzig Grad um die eigene Achse, wirst eingeholt von schlechten Gefühlen, halbherzigen Entschlüssen, defekten oder abhanden gekommenen Erinnerungen. Oder du kaust sie wieder, die schönen Stellen. Das Hohle holt dich ein und spottet deiner Rechtfertigungsversuche , du tätest als Buchhalter und Ökonom ja nichts andres als bloß eine Pflicht.

Die Unberechenbarkeit der künftigen Perioden (über die sich daher ja nichts Gültiges sagen lässt), mag zum Tagebuchschreiben anhalten. Oder die Notwendigkeit, aus gewissen Worten und festen Sätzen tagtäglich ein Bollwerk aufzurichten, eine Gegen-Warte gegen die Nächte zum Beispiel, die mit viel opulenteren Geschichten und Träumen aufwarten.

erledigt

Dienstag, den 29. Mai 2012

is’ was?

Spuk

Montag, den 28. Mai 2012

das ist doch was im Busche?

Nds.

Sonntag, den 27. Mai 2012

und seine Berge:

schlüssellos

Samstag, den 26. Mai 2012

Er drehte so lange am Schloss, bis er hindurchsehen konnte.
Dann schlug das Tor zu. Es stand wie gemauert.
Wer aus- oder eingehen wollte, musste sich nun durchs Guckloch mühen.
Keine Fuge, kein Spalt, kein Riss.
Es war alles wie zubetoniert, als wollte es in Ewigkeit bleiben.
„Zieh ihnen Grenzen, sagte er, sie brauchen Grenzen …“ *

*) E. Canetti, Nachträge aus Hampstead, 197

hier schoss …

Freitag, den 25. Mai 2012

HIER SCHOSS KÖNIG ERNST AUGUST
IM AUGUST 1847
XII JAGDBARE HIRSCHE

oben: der Stein für den König,
unten, ohne Text: die XII Mäler für die erlegten Hirsche.

Sprachzeichen

Donnerstag, den 24. Mai 2012

Rätsel und Kürzel

als Sprachzeichen

Perspektive

Donnerstag, den 24. Mai 2012

verwehrte

und zugelassene

Kukesburg

Mittwoch, den 23. Mai 2012

In einem der kleinen Mittelgebirge östlich der Weser, in schwer zugänglichem Waldgebiet, liegt die Kukesburg. Die Reste einer Fliehburg seit der Zeit der Völkerwanderungen. Im neunzehnten Jahrhundert wurde dort Sandstein gebrochen. Man transportierte ihn nach Hannover und verwendete ihn daselbst zum Bau bedeutender öffentlicher Gebäude. Landesmuseum, Neues Rathaus. Die Steine waren von großer Mächtigkeit, ungewöhnlicher Dicke und hoher Qualität. So kamen einige davon auch nach Berlin. Man setzte sie beim Bau des Reichstags ins Mauerwerk ein. Sandstein brennt nicht. Wasser kann ihm nichts anhaben.

Der einstige Steinbruch, die Wälle der Fliehburg und gewachsene Felsformationen bilden ein Ensemble, das seine Wildheit menschlichen Eingriffen verdankt, dadurch, dass diese im Laufe der Jahrzehnte und Jahrhundert von natürlichen Prozessen buchstäblich verschlungen wurden.

Der Name Kukesburg gibt Rätsel auf. Hat es einst einen Mann, ein Geschlecht dieses Namens gegeben?
Findet man Kukes im Verzeichnis der kleinen und großen unbekannten historischen Namen?

Von der alten Bezeichnung ‘Kukswall’ schließt man darauf, dass ‘Kukes” so viel wie ‘Grenze’ bedeutet.