im Bergwald
Mittwoch, den 23. Juni 2010ersehnte Abwechslung für einen Fliegenschwarm: ein schwitzend herankeuchender Mensch.
Endlich eine Erfrischung, fächeln sie einander in ihrer Tanzsprache zu, ein Abenteuer:
jemand hat zu uns gefunden.
ersehnte Abwechslung für einen Fliegenschwarm: ein schwitzend herankeuchender Mensch.
Endlich eine Erfrischung, fächeln sie einander in ihrer Tanzsprache zu, ein Abenteuer:
jemand hat zu uns gefunden.
Auch dort, wo Gras über die Schlafenden wächst, auch dort nagt er.
Auf Friedhöfen, in Friedwäldern nimmt er Gestalt an und verliert sie wieder.
Bieber, Eichhorn und Maus finden sich mit ihren fein geschliffenen Nagezähnen ein.
Die Maus schimmert orange. Sie möchte anonym bleiben.
Das Eichhorn ist unschlüssig. Es fragt:
“Soll ich ausgraben? soll ich vergraben?
Graben für jetzt oder vergraben für später?”
Dann tritt eine Gruft auf, in der es hohl und dunkel ist, mit Rücksicht auf den tiefen Schlaf, der noch etliche Zeit zu halten ist.
Dann ein Gewölbe. Es setzt einen sitzenden Engel in Szene. Er breitet die Flügel aus über einem leeren Sarkophag den sechs eingewölbte Mulden tragen.
Die Spanne zwischen Jerusalem und Bethlehem ist mit Mosaiksteinchen gepflastert.
In der ersten Zeit, wenn man gestorben ist,
ist es sehr schwierig.
Nach und nach wird es dann besser.
Es wächst mählich Gras über die Sache.
“Bitte nach Ihnen”, sagte der Sterbende zum Tod
Er sagte es an engsten Stelle.


Heute ein Tag der Wolken. Ein Tag der Schauer und der Wolken mit heiteren Zwischenstücken.
Die Wolken: sie senken sich da und dort. Sie kommen mit Getöse auf die flache Landschaft hinab. Auf die Waldränder, dass es nur so raucht. Ein zügiger Wind treibt sie am Horizont entlang. Sie streifen Waldstücke, gehen wuchtig über grüne Gehölze. Sie zögern nicht, sie wandeln und entladen sich geräuschlos. Sie wandeln und verwandeln sich ohne Hast, aber auch ohne je zu verweilen. Keine Gestalt nehmen sie an, weder Berge noch Burgen, weder Wolkenkratzer noch Klüfte können sie halten. Sie gehen durch alles hindurch, durch das Blau, das sie trägt, als wäre es Luft. Sie tun das alles ganz leise, in der Stille, die sie dahindriften lässt. Nur ihr ungeheuer, ja tumultuarisch aufgewölbter Anblick verrät das Getöse, das in ihrem Inneren vorgeht.
In ihrem Flug , in ihrem beharrlichen Dahinsegeln eröffnen sie immer neue Fernen, die gleichsam ihre blauen Heimaten sind.
Uns jedoch kommen sie aus der Zukunft entgegen. Dorthin laufen sie auch wieder zurück, sie laufen davon, wenn man so will.
Wenn sie stehen müssten, die Wolken, sie würden kraftlos zerfließen, sie müssten sich in Bälde auflösen.
Aber so türmen sie.
Schwinde auch du, umwölktes Gemüt, und löse dich
in Wohlgefallen auf!

Als wäre es die Vertreibung aus dem Paradies, aus der alle Süchte entspringen.
Sind nicht alle Süchte und Sehnsüchte auf künstliche oder eingebildete Paradiese aus, die für das verlorene entschädigen sollen?
Sie haben den richtigen Riecher: vermutlich war bereits das scheinbar verlorene
Imagination, Prothese, Kunst …
Überdruss, Gewöhnung oder Betäubung –
keine Ahnung
jedenfalls
kann ich einfach nicht mehr
dieses Weiße Rauschen
hören