e i n e s Sinnes
Mittwoch, den 30. Juni 2010das große Verlangen nach Einmütigkeit, das durch die großen Wettkämpfe zugleich aktualisiert und auf die Probe gestellt wird.
das große Verlangen nach Einmütigkeit, das durch die großen Wettkämpfe zugleich aktualisiert und auf die Probe gestellt wird.
Pflanzen und Tiere haben Stimmen.
Manchmal sind sie zu hören.
Ein Stimmrecht haben sie eigentlich nicht.
Was wir von ihnen hören, sind überdies Stimmen, die von uns kommen, die wir ihnen verliehen haben.
Es sind nicht ihre Stimmen, so wenig wie die Stimmen, in denen wir uns erheben, wirklich die unseren sind.
Nietzsche spielt an auf eine Verschärfung und Abstumpfung des Gewissens:
es wird immer feiner, immer ferner und dabei immer unerbittlicher.
Auf der anderen Seite stumpft es ab, wird zunehmend fühlloser, im Zuge des zivilisatorischen Prozesses desensibilisiert.
Zwei Extreme. Sie sind die Pole, zwischen denen das Seil ausgespannt ist, auf denen der Akrobat seine Künste durchführt.
An ihnen hängt sein Leben.
Die Anspielung auf die Verfeinerung und Vergröberung eines spezifisch menschlichen Organs verweist auf finale Notlagen und Krisen: beide gegenläufigen Entwicklungen führen zu unerträglichen und obendrein unverträglichen Zuständen.
Aus diesen helfen nur Balancierkünste heraus, die im Geschick von Seiltänzerinnen, Freeclimbern und Akrobaten vorgestellte, gleichsam vorschwebende Gestalt annehmen.