

durchs Glas nach drinnen, nach draußen,
durchs Fenster nach hinten, nach vorne.
Egal –
nicht alle Spiegel zerren,
nicht alle Grimassen sind grimmig.
Der Beitrag wurde
am Mittwoch, den 26. Mai 2010 um 08:40 Uhr veröffentlicht
und wurde unter Allgemein abgelegt.
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Am 27. Mai 2010 um 09:29 Uhr
hinter glas bewegte sich ein mensch.
war er eingeschlossen? war ich ausgeschlossen? ich
trat näher und legte meine stirn an den rahmen. durch
das gras sah ich ihn rennen, der kopf zeigte tage
voraus, die arme schlenkerten, wiesen in alle windrosenweiten.
ich hauchte auf das glas und nebel
verhüllte die landschaft, verhüllte das haus, in das
er rannte. ich hörte die tür schlagen, ein donnerecho
mein herz schmolz in den nebel hinein;
durch die sanfte beuge schaute ich, und das haus wuchs bis
an den himmel und sehr nah an das glas heran.
hoch oben hinter dem fenster sah ich ihn stehen, eine
ferne gestalt, eine zeichnung von kafka, und er hob die
hand und er winkte und ich grüßte hinauf und er klopfte
sacht und die scheibe zersprang. er ist der splitter in
meinem auge, meinem herzauge, im zentrum des
sturms.
Am 27. Mai 2010 um 09:31 Uhr
lieber dietmar,
den text hab ich vor vielen jahren geschrieben.
er scheint mir gut zu deiner foto-text-arbeit zu passen,
deshalb hab ich ihn dir geschickt.