Monatsarchiv für April 2010

wieder unterwegs

Samstag, den 10. April 2010

img_3152kl.jpgZwischenstation
im Drahttunnel

Wald

Freitag, den 9. April 2010

img_3151kl.jpgwas ist Wald ist immer nur Wald

Lichtung mit Bäumen dazwischen

Stämme mit Ästen und Schneisen

neblig dunstig ozonreich grün

überweht mit Blattlaub und Nadeln besät
im Vordergrund mit Efeu natürlich

Metaphysik der Perspektiven

Donnerstag, den 8. April 2010

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ich schaue über meinen Linsenrand, erklärt das Fernglas;

meine Blicke betreten ungesehene Kammern, sagt eine Digicam;

auch ich, setzt die Satellitenschüssel hinzu, auch ich horche über Tellerränder hinaus;

wir führen alle Horizonte mit uns, fasst der Erdball zusammen, wir führen sie im Flug durch die Milchstraße aus.

sich verwahren

Donnerstag, den 8. April 2010

Gründe haben Abgründe und Abgründe hegen ihrerseits Gründe.

So ist es am besten, sie in Schichten lagern,

Gründe im Wechsel mit Abgründen sich stapeln zu lassen.

 

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hinterm Mond?

Mittwoch, den 7. April 2010

img_3100kl.jpgwas ich zeige, wird mir nicht sichtbar,

was ich sehe, zeigt sich anderen nicht.

Beweis

Dienstag, den 6. April 2010

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die Relativitätstheorie hat recht:

in Zügen vergeht die Zeit mal schneller, mal langsamer;

in stehenden Zügen dauert jede Minute am längsten.

Schichten

Montag, den 5. April 2010

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es stirbt sich und lebt sich in Schichten:

dottergelb, rot wie Weinlaub, schwarz wie im Grab;

geht auf und wieder davon,

hebt ab, erblüht,

fällt und zerreißt,

rieselt, sickert, trocknet weg;

zerstäubt in Gefäßen …

alles geschieht

unentwegt

ist keine Rede davon.

da und dort

Sonntag, den 4. April 2010

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Tag für Tag
dankbar hier zu
sein und nicht irgendwo
anders

Fließ- und Sickerrätsel

Samstag, den 3. April 2010

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bei keiner Quelle weiß man, ob es nicht eine Versickerung ist

 

 

jedes Quellgebiet könnte auch Verlandungsbereich sein

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wird hier Wasser gesammelt oder fließt es von hier aus davon?

eine Art Abstinenz

Freitag, den 2. April 2010

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Nichts geht über Erkenntnisdrang und Wissbegierde, außer Diskretion.

Sie macht oder gebietet dort Halt, wo Hand und Auge bereits ansetzen, den Vorhang zu lüften.

Manchmal wie eine Abkühlung, eine kalte Dusche für brennende Neugier.

Vielleicht führt Diskretion die notwendige Scheidung ein zwischen Erkenntnislust und Erkenntnislüsternheit.

Diskretion als eine Art Respekt, als Enthaltung aus Selbstachtung.

Sie ist dem Erkenntnisstreben eingewoben durch den Umgang mit dem, was gelegentlich und immer wieder missverständlich heilig genannt wird.

Abgetretenes und daher unbetretbar gewordenes, dem Zugriff gleichsam vertraglich entzogenes Gelände.

Gerade Erkenntnisinteresse kommt ohne eine Art eingewurzelter oder „präliminarer“ Anerkennung von Tabubereichen, ohne ein Vorwissen oder Vorgefühl für Berührbares und Unberührbares, betretbare und unbetretbare Räume, nicht aus.