Monatsarchiv für April 2010
Wald
Freitag, den 9. April 2010Metaphysik der Perspektiven
Donnerstag, den 8. April 2010ich schaue über meinen Linsenrand, erklärt das Fernglas;
meine Blicke betreten ungesehene Kammern, sagt eine Digicam;
auch ich, setzt die Satellitenschüssel hinzu, auch ich horche über Tellerränder hinaus;
wir führen alle Horizonte mit uns, fasst der Erdball zusammen, wir führen sie im Flug durch die Milchstraße aus.
sich verwahren
Donnerstag, den 8. April 2010hinterm Mond?
Mittwoch, den 7. April 2010Beweis
Dienstag, den 6. April 2010Schichten
Montag, den 5. April 2010da und dort
Sonntag, den 4. April 2010Fließ- und Sickerrätsel
Samstag, den 3. April 2010eine Art Abstinenz
Freitag, den 2. April 2010Nichts geht über Erkenntnisdrang und Wissbegierde, außer Diskretion.
Sie macht oder gebietet dort Halt, wo Hand und Auge bereits ansetzen, den Vorhang zu lüften.
Manchmal wie eine Abkühlung, eine kalte Dusche für brennende Neugier.
Vielleicht führt Diskretion die notwendige Scheidung ein zwischen Erkenntnislust und Erkenntnislüsternheit.
Diskretion als eine Art Respekt, als Enthaltung aus Selbstachtung.
Sie ist dem Erkenntnisstreben eingewoben durch den Umgang mit dem, was gelegentlich und immer wieder missverständlich heilig genannt wird.
Abgetretenes und daher unbetretbar gewordenes, dem Zugriff gleichsam vertraglich entzogenes Gelände.
Gerade Erkenntnisinteresse kommt ohne eine Art eingewurzelter oder „präliminarer“ Anerkennung von Tabubereichen, ohne ein Vorwissen oder Vorgefühl für Berührbares und Unberührbares, betretbare und unbetretbare Räume, nicht aus.