Monatsarchiv für April 2010
Fundsache Glückssache
Montag, den 19. April 2010minimale Störungen
Sonntag, den 18. April 2010Spalier
Samstag, den 17. April 2010Unerkennbarkeit
Freitag, den 16. April 2010
Unkenntlichkeit -
ein Zustand, in den sie geraten können,
Dinge oder Personen.
Ein Aussehen und Ansehen annehmen, das mit der Erinnerung nicht mehr zusammenzubringen ist.
Lange Abwesenheiten, strapaziöses Unterwegssein, Zerstörung und Alterung.
Die betrachtende Person konstatiert eine Veränderung, die nirgends mehr einzuordnen ist.
Starke Beunruhigung, Desorientierung. Sie spiegeln womöglich den Verlust eigener Kenntlichkeit.
Eine Klage, die an den Kläger zurück geht.
Ernst des Lebens
Donnerstag, den 15. April 2010
Damals, in der Schulzeit, wurden wir bei ausgelassenen Spielen und Tollheiten gelegentlich vermahnt und auf den ‘Ernst des Lebens’ verwiesen.
Als Jugendliche haben wir aus dieser Einrede eine Art Hampelmann gemacht.
Inzwischen haben wir Spaß daran gefunden, dass die ganze Angelegenheit ernst ist ohnegleichen, dass gerade deswegen der Spaß nicht aufhört, vielleicht nie aufhören wird. Denn auch der Tod ist todernst und in dieser Hinsicht gilt die alte Gleichung, der Tod sei das Leben, das Leben ist der Tod.
abhanden und da
Mittwoch, den 14. April 2010Unlustgefühle und Verärgerung, die aufkommen, sobald man sich auf einen bestimmten Gedanken, ein Ereignis, einen Namen nicht besinnen kann.
All die ärgerlichen, fruchtlosen, intellektuellen, mentalen Anstrengungen, um dem Entschwundenen, Entwischten, möglicherweise nie wirklich Gewesenen auf die Spur zu kommen.
Eine spezifische, mitunter quälende Beunruhigung.
Sie gibt eine Ahnung von der Lust, die darin liegt, etwas zur Besinnung zu bringen, etwas zu vergegenwärtigen, was zuvor gleichsam bewusstlos und ohnmächtig, eben besinnungslos dalag.
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geduldige Bilder
Dienstag, den 13. April 2010im Labyrinth
Montag, den 12. April 2010
Nicht einer kennt sich da aus.
Es gibt nur einen einzigen Anhalt, ein einziges, namhaft zu machendes Datum in diesem Gewirr von Dateien, Fakten, Zeichen, Motiven: Minotauer, auch Minotaurus genannt.
Manchmal Minotower geschrieben, aber zu Unrecht, weil er nirgendwo wirklich aufragt, der Möglichkeit nach zwar überall steckt, aber nirgendwo aufragt.
Gut. Steckt irgendwo.
Irgendwo steckt er, versteckt zwar, aber immerhin –
so viel scheint gewiss …
Sporadisches individuelles Gedächtnis, kollektive Überlieferung lehrt
unablässig, unruhig, unsichtbar in allem Wandel
und das: verborgen in einem vertrackten Netzwerk, in der undurchschaubaren
Textur von Tagen und Nächten, die irgendwie auch unter uns
aufgeteilt sind, in der auch wir wie verstreut
und irgendwo
stecken.
Schriftstellerei
Sonntag, den 11. April 2010
Worte schreiben und sprechen wie Ausrufezeichen.
Als Ersatz und Zeichen für Ausrufe, die unausgerufen geblieben sind.
Statt aufschreien ausrufen, sich hinsetzen und niederschreiben:
Städte, Orte, Landschaften, Ansammlungen, Begegnungen, Begebenheiten von
Menschen aufrufen niederschreiben, aufmachen niederlegen,
ausstreuen einsammeln.