Monatsarchiv für April 2010

sublim

Dienstag, den 20. April 2010

etwas ist erhaben, weil es erhebt:                img_3175kl.jpg

ein Stufenturm - unzugänglich zwar, aber
der Gedanke, ihn zu erklettern, erhebt
bis über die Wolken …

Fundsache Glückssache

Montag, den 19. April 2010

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infolge eines Zugangs zu unterschwelligen Bereichen

+ in einer Erweiterung des Wachbewusstsein sich

verlieren + traum
verloren wiederfinden

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minimale Störungen

Sonntag, den 18. April 2010

im Wasser: eine kleine Beunruhigung passiertimg_3187kl.jpg

am Himmel: eine kleine Verunstaltung bleibtimg_3186kl.jpg

Spalier

Samstag, den 17. April 2010

Ungern steht man im Spalier

Lieber Schlange stehen als Spalier

Obst stehen

Lieber Sonne baden

als im Regen stehen

gelassen bis ans Herz

zum Horizont

stehen eilenden Fußesimg_3185-kl.jpg

Unerkennbarkeit

Freitag, den 16. April 2010

img_3159kl.jpgUnkenntlichkeit -
ein Zustand, in den sie geraten können,
Dinge oder Personen.
Ein Aussehen und Ansehen annehmen, das mit der Erinnerung nicht mehr zusammenzubringen ist.
Lange Abwesenheiten, strapaziöses Unterwegssein, Zerstörung und Alterung.
Die betrachtende Person konstatiert eine Veränderung, die nirgends mehr einzuordnen ist. 
Starke Beunruhigung, Desorientierung. Sie spiegeln womöglich den Verlust eigener Kenntlichkeit.
Eine Klage, die an den Kläger zurück geht.

Ernst des Lebens

Donnerstag, den 15. April 2010

img_3166kl.jpgDamals, in der Schulzeit, wurden wir bei ausgelassenen Spielen und Tollheiten gelegentlich vermahnt und auf den ‘Ernst des Lebens’ verwiesen.

Als Jugendliche haben wir aus dieser Einrede eine Art Hampelmann gemacht.

Inzwischen haben wir Spaß daran gefunden, dass die ganze Angelegenheit ernst ist ohnegleichen, dass gerade deswegen der Spaß nicht aufhört, vielleicht nie aufhören wird. Denn auch der Tod ist todernst und in dieser Hinsicht gilt die alte Gleichung, der Tod sei das Leben, das Leben ist der Tod.

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abhanden und da

Mittwoch, den 14. April 2010

Unlustgefühle und Verärgerung, die aufkommen, sobald man sich auf einen bestimmten Gedanken, ein Ereignis, einen Namen nicht besinnen kann.

All die ärgerlichen, fruchtlosen, intellektuellen, mentalen Anstrengungen, um dem Entschwundenen, Entwischten, möglicherweise nie wirklich Gewesenen auf die Spur zu kommen.
Eine spezifische, mitunter quälende Beunruhigung.
Sie gibt eine Ahnung von der Lust, die darin liegt, etwas zur Besinnung zu bringen, etwas zu vergegenwärtigen, was zuvor gleichsam bewusstlos und ohnmächtig, eben besinnungslos dalag.

 

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geduldige Bilder

Dienstag, den 13. April 2010

file130410.jpgTräume und Bilder – man kann sie lesen,
man kann sie auf sich wirken lassen.

Auf Bilder zugehen oder warten,
bis sie einem entgegenkommen,

bei Träumen, bis sie verschwinden,
bis der Tag sie verscheucht.

im Labyrinth

Montag, den 12. April 2010

fileminotauer.jpgNicht einer kennt sich da aus.

Es gibt nur einen einzigen Anhalt, ein einziges, namhaft zu machendes Datum in diesem Gewirr von Dateien, Fakten, Zeichen, Motiven:  Minotauer, auch Minotaurus genannt.

Manchmal Minotower geschrieben, aber zu Unrecht, weil er nirgendwo wirklich aufragt, der Möglichkeit nach zwar überall steckt, aber nirgendwo aufragt.

Gut. Steckt irgendwo.

Irgendwo steckt er, versteckt zwar, aber immerhin –

so viel scheint gewiss …

Sporadisches individuelles Gedächtnis, kollektive Überlieferung lehrt

unablässig, unruhig, unsichtbar in allem Wandel

und das: verborgen in einem vertrackten Netzwerk, in der undurchschaubaren

Textur von Tagen und Nächten, die irgendwie auch unter uns

aufgeteilt sind, in der auch wir wie verstreut
und irgendwo

stecken.

Schriftstellerei

Sonntag, den 11. April 2010

file110410.jpgWorte schreiben und sprechen wie Ausrufezeichen.

Als Ersatz und Zeichen für Ausrufe, die unausgerufen geblieben sind.

Statt aufschreien ausrufen, sich hinsetzen und niederschreiben:

Städte, Orte, Landschaften, Ansammlungen, Begegnungen, Begebenheiten von
Menschen aufrufen niederschreiben, aufmachen niederlegen,

ausstreuen einsammeln.