Monatsarchiv für April 2010
unter Fröschen
Donnerstag, den 29. April 2010Frösche in Chorälen, über Stunden, ohne abzuschalten.
Tausende von anschwellenden und abschwellenden Sprech- oder Singblasen.
Nach Stunden – oder wenn sich der Schatten eines Raubvogels zeigt -
eine plötzlich eintretende Stille.
Manchmal schweigen sie auch ohne ersichtlichen Grund.
Dann taucht da oder dort ein einzelner Frosch in den Raum.
Er hält ihn unbeirrt durch, den Choral, während alle anderen still und mit ihren Gedanken weit weg im ewigen Dämmer von Röhricht und Schilf sind.
mehrschichtig
Mittwoch, den 28. April 2010Überklebungen, verdunkelte Landschaften, Blicke durch eine Drehtür in die Windungen eines Schneckenhauses. So oder ähnlich.
Themen, Produktionen.
Allgemein Schwärzungen, Verdunklungen, Umnachtungen.
Vielleicht hätten die alten Adepten ihre helle Freude daran:
Nigratio, rufen sie, Nigratio!
Dabei wissen sie, dass keiner schwarz-auf-weiß …
unterwegs
Dienstag, den 27. April 2010Umkehr
Montag, den 26. April 2010Dort, wo in den Blick genommen wird, was einen treibt, erfolgt eine erste
Konfrontation.
Nicht mehr nur den Rücken zeigen, jetzt die Stirn bieten.
Eine Entgegnung oder Gegensetzung, vielleicht eher ein Innehalten und Umwenden.
Aber genau hierin, im Widerstand, findet „Seele“ ihre erste Eigenwirksamkeit und Wirklichkeit.
Aufs Große und Ganze gesehen sind Mut und Wut nicht rohe Stiefeltern, sondern ihre eigentlichen Gebär- und Zeugekräfte.
Pfahlwurzeln
Sonntag, den 25. April 2010Notfalls sprengen sie Betonpfeiler, Zementmischmaschinen, Plattenbauten oder
wo immer sie Fuß gefasst haben.
Sie beißen sie sich durch, überall, wenn es sein muss.
Wahre Löwenzähne mit Pfahlwurzeln.
Ihre erstaunlichen Kräfte empfangen sie direkt aus dem ausstrahlenden Diskus
der Sonne.
Warum?
Weil sie die so meisterhaft imitieren, auf Wiesen auslegen, auf Weiden ausbreiten.
April, ein unvermuteter Temperaturanstieg,
und schon trifft man ihre Darstellungen überall an,
Zaungäste
Samstag, den 24. April 2010Träume als lästige Zaungäste.
Sie flattern in den Maschen und zwischen den Verdrahtungen
die sich im Dösen ausspannen.
Einige sind gelb gefiedert, andere blau oder gesprenkelt.
Eisvögel gibt es darunter, Kiebitze, Haubenlerchen.
Aber in Wirklichkeit haben sie keine so schönen Namen,
schleudern Brocken durch die Luft und
zwitschern unverständliche Gesänge.
Sie stören, ja, sie stören.