Monatsarchiv für März 2010

Blick auf ein Schneckenhaus

Mittwoch, den 31. März 2010

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Die Schnecke gehört zu den erstaunlichen Verfertigern unglaublich regelmäßiger Spiralen.

Sie baut ihr Haus natürlicherweise von Innen nach Außen. Aber die diesem Bauwerk eingetragene Spirale dreht sich im entgegengesetzten Sinn. Bei ihrem schwindelerregenden Gang und Verlauf verliert sie sich in einem Punkt, der ein Nadelöhr zur Unendlichkeit darstellt.

Wir sind der Schnecke dankbar, dass sie uns Langsamkeit lehrt, dieses unaufhörliche Aufhören von Bewegung. Wir danken auch für einen unverzichtbaren Beitrag, den sie uns so lange schon zum Verständnis der perspektivischen Unendlichkeit liefert. Denn seit Jahrmillionen tritt dieses Spiralen bewohnende Geschlecht, das draußen schillernde Schleimspuren hinterlässt, gleichsam aus der Ewigkeit hervor. Jedes Exemplar vollbringt dieses Wunder durch den unendlich winzigen Punkt, in den die Einwärtsdrehung mündet. So lassen sie jedes Mal eine Dimension hinter sich, die wir mit der Entdeckung der Perspektive in der Renaissance und mit der Entwicklung des Infinitesimalbegriffs im Barockzeitalter gerade einmal zu ahnen begonnen haben.

Flug

Mittwoch, den 31. März 2010

im Flugeimg_3045kl.jpg

img_3044kl.jpg  im Anflug

Schwebe

Dienstag, den 30. März 2010

Betrachtungen über diese Bleibe auf schwindelfreiem Grat, mit Himmel drunter und drüber.

Lange hat es sich nicht einstellen wollen: unmögliche Balance,

nicht eigentlich riskant, aber unaufhörlich bedroht.

Geschehen und Wagnis, harmonisch und strittig zugleich.

Ein Gleichgewicht zwischen unerhörter Offenheit und unerklärlicher Vertrautheit.

“Die einzige Lebensmöglichkeit”, heute.

(Robert Oppenheimer, 1957)

 

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Okkultismus

Montag, den 29. März 2010

Das Okkulte ist eine feine, aus diesem Grunde auch vielfach verborgene Sache.

Sie grenzt ans Wunderbare, ans Unglaubliche.

Ein guter Okkultist, wer weder hier und jetzt, noch da und dort
Wunder und Zeichen einfordert.

 

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entspringen

Sonntag, den 28. März 2010

file270310c.jpgist wie entspringen, nur gemächlicher,

z.B.:

der Rhein entsteigt der Schweiz

eine finstere Tat entsteigt einer negativen Gesinnung

dieser dunkle Gedanke, den man hier sieht

entsteigt einem Schacht -

vielleicht sogar der Antike

an der Werkbank

Samstag, den 27. März 2010

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operative Verfahren

Schock

Freitag, den 26. März 2010

Schock – was ist das?

Früher ein Haufen, eine Menge, 60 Stück.

Heute Stoß oder Schlag Richtung Trauma.

 

Bergson bezieht auf die Zeit:

der enthüllende Schock des Augenblicks:

durch Wahrnehmung, die im Zeitstrom geschieht, wird aus dem Gedächtnis herausgerissen.

Eine Wahrnehmung, die dem Gedächtnis nicht anpasst oder einverleibt,

sondern herausstößt oder -schlägt.

Der Schock leitet eine Transformation dieses entfallenen Materials ein.

Im Grunde wirkt der Schock des Augenblicks in jedem Moment, gäbe es da nicht Wahrnehmungsblenden, Sichtschutz, Weghören und andere gewohnheitsmäßige Techniken und Taktiken der Ausblendung, Abfederung, Stoßdämpfung.

Schock als permanent und unmerklich gewordener Zündfunke im vitalen Motor.

Zündet außerhalb oder unterhalb von Takt und Reglement.

Daher schockieren zunächst  = gegen Takt und Anstand verstoßen.

 

So plötzlich ein Schock aufkommt – er gehört doch einem Kontinuum an.

Schwingungen, pendeln, eine Art Schaukelbewegung sind kennzeichnend für diese ebenso profunde wie durchgängige Grundierung.

 

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nomen

Donnerstag, den 25. März 2010

numina, einmal stabilisiert, ergeben Namen, nomina.

Name ist geronnene Bewegung oder befestigte Erschütterung.

Numen

Donnerstag, den 25. März 2010

In der Antike versteht man unter numen einen Wink, die Bezeigung einer höheren oder tieferen Macht, schließlich diese Macht selbst. Dabei bleibt offen, was zuerst war: der Wink, die Bezeigung oder die Macht.

Es könnte sein, dass alles mit einem Lidzucken, mit einem Flügelschlag, mit einem Hauch begonnen hat.

Dass erst danach große Erschütterung für Übermacht stand, als ein Übermächtiges eintrat. Oder dass die Erschütterung den Anfang machte und später, im Ritus, auf Wink und Zeichen herabgespielt wurde.

Der Bericht, der über den Propheten Elia gegeben wird (1.Könige 19,12), lässt eine Deutung in beide Richtungen zu: das Säuseln, die “Stimme der Stille”  bildet den Ausklang und Höhepunkt einer Demonstration von Naturgewalten, die mit tosendem Sturm, gewaltigem Beben, ausbrechendem Feuer begonnen hat. Der Wink erscheint hier als herabgestimmter, als abgestimmter Schrecken. Einklang im Ausklang. Doch auch im Wink,  noch und schon im Wink die Erschütterung.

Arme

Mittwoch, den 24. März 2010

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Hände und Arme -
sie heben sie
sie breiten sie aus
anfänglicher Begeisterung