Monatsarchiv für Februar 2010
kein Schlaf im Schlaf
Samstag, den 27. Februar 2010Gegenbeweis
Freitag, den 26. Februar 2010Geselligkeiten
Donnerstag, den 25. Februar 2010Spaß
Mittwoch, den 24. Februar 2010Gedankenschwund
Dienstag, den 23. Februar 2010Leider immer wieder von großer Angst befallen, einen Gedanken zu verlieren. Nicht bloß den Gedanken, sondern damit auch den Faden, an dem noch Wichtigeres und Unersetzliches hängt.
‘Bewusstsein’ wäre nicht der richtige Ausdruck dafür, obschon Bewusstseinsschwund, Ohnmacht keine Ängste von ohngefähr sind.
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auratische Figuren, undercover events
Montag, den 22. Februar 2010“auratische Figuren, in undercover events verstrickt”
So der volle und anspruchsvolle
Titel der Gesamtserie, aus der 3 entrückt sind.
Verdeckte Sensationen und Aktivitäten gehören zum Alltag dieser verstrickten Akteure.
Sie mühen sich, leidlich, redlich, können kaum was dafür.
Trotzdem werden sie verfolgt, haben zumindest den Verdacht, suspense & suspicion.
Gefahndet wird überall. Nirgends ist es harmlos.
Man erfährt davon, wenn es zu spät ist.
Das weckt keine guten Gefühle vorab – im Durchschnitt. Und diese Figuren sind
Durchschnitt, auch mit Hutfeder, exzentrischem Schlenkerarm oder nadelspitzem Attribut.
Überall ausreichend Grund für ungute Ängste.
Doch könnte sein:
sie werden allesamt, jedenfalls für Momente, aufgewogen,
aufgeboten durch intime Sensationen.
Da schert es nicht, unter Topf und Deckel gehalten zu werden.
Empfohlener Besuch
Sonntag, den 21. Februar 2010Empfohlener Besuch der reichhaltigen Sammlung im obersten Stockwerk: gemusterte Operngläser, getrocknete Veilchen, feilchenfarben. Wärter bahnt den Besuchern einen Weg durchs Akkumulat. Nur einer, Person mit Schlafmaske über den Augen. Folgt ihm mit vorgestreckten Fingern und Händen. Öffnungszeiten sind Aufsichtszeiten sind Wegbahnungszeiten, Dienst am Besucher muss sein.
Hier, deutet der Führer an, die englischen Textilindustrien, auch sie haben ihr Zeug in Vitrinen abgesetzt. Schon bauen Fledermäuse und Termiten ihre Nester. Vom Plafond baumeln Wespenballen herab. Anschließend Saal an Korridor, Korridor an Saal voller Gebirge: die sublimen Vermächtnissen des Duke of Dice. Alles zugeschnürt, zugeschüttet. Fluchen und Ferngespräche sind nicht mehr erlaubt. Der Wachmann setzt, in einem atemraubenden Türsturz lehnend, den Spaten an. Beklemmung. Ein Knarren geht durch die Hinterlassenschaft, geht in Ächzen über und verkündet den alsbaldigen Einsturz des gegrabenen Tunnels. Gut versichert, wer hier nicht erben muss und trotzdem mit heiler Haut aufwacht.![]()
dem Anschein nach Apparat
Samstag, den 20. Februar 2010Aristoteles, entzückt über unsere Rückkehr zum Computer, hätte gesagt, der Apparat ist eine gehörige Form, du kannst sie annehmen, du kannst sie zurückweisen – die Form bleibt, voll oder leer.
Ein Mensch findet seine Form oder auch nicht.
Ein Rechner: eine künstliche Hochform von Intelligenz. Sie hat sich auf ihre Verfertiger, Programmierer und User eingelassen. Mal sehen, was dabei herauskommt.
Freud hatte, knapp vor seinem Zusammentreffen mit Ödipus, eine Erscheinung. Psyche begegnete ihm apparateförmig, in etwa von gegenteiliger Art. Freud behauptete nicht: sie ist eine Sphinx, deren Rätselknoten zu durchschlagen ich eben im Begriff stehe, oder: sie ist ein Wesen mit Flügeln wie Psyche, der griechische Schmetterling. Er achtete nicht auf Flügel und Löwenhaupt, Tatzen und Schlangenschwanz, sah darüber hinweg, wie Wasser und Feuer in der Sphinx zusammenschlugen. In trotziger, ja ernüchternder Sachlichkeit ließ er aus ihrem Anblick und aus dem gewaltigen Rauschen, das davon ausging, die Anschauung einer Art Maschine entstehen.
Ein allerdings erstaunlicher Apparat, der ihm da vorgekommen sein könnte: hier in dürftiger Auflistung und skizzenhafter Rekonstruktion: ein gehämmertes, gezogenes, getriebenes Schaltwerk, Riemen, Gelenke, Instanzen, Hebelarme, Schwungräder, Scharniere, Ventile, Synapsen …
Ferner Einrichtungen zum Übertragen und Umformen von Impuls, Ladung und Bewegung aus Kondensatoren und Akkus in Zylinder und Röhren, dazwischen Düsen, Kompressoren, Zündkerzen und allerhand mehr.
Das Ganze – es erinnert vielleicht an innere Bilder, die einem leidenschaftlichen Mechaniker im Kraftmaschinenjahrhundert bei der Lektüre der Thronwagenvision des Hesekiel hätten kommen können.
Irgendwie: das Entfernteste hängt im Naheliegendsten, also der Seele, auf komplexe und antagonistische Weise zusammen, durchaus nirgends ruhend, sondern von enormen Kräften geballt und auseinandergezogen zugleich, einwärts wirbelnd und nach außen geschleudert. Ein Wunderwerk aus zentrifugal wirksamen Kräften, dabei auch ein Glanzstück subtiler Kohärenz, dank verborgener Fäden, Ösen und Häkchen. Ihnen spürt ein helles und waches Bewusstsein seit mythischen Zeiten schon nach, meistens tagsüber. Nachts aber übermannt Ingrimm. Dann stürmt alles los in finstere Jagdgründe und endlose Fluchten zehren den Zusammenhang beinahe auf.