Monatsarchiv für April 2009

Letzter Tag

Donnerstag, den 30. April 2009

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Wann wird der Letzte Tag sein?

Seit über zweitausend Jahren schwebt er im Irgendwann-irgendwo.

Warum?

Die einen wünschen seinen Eintritt herbei, die anderen schrecken zurück.

Sehnsucht und Angst halten die Waage.

Das zögert hinaus: er bleibt in der Schwebe.

Von den einen wird so getan, als käme er nie.

Andere tun so, als wären sie gerade mit ihm aufgestanden,

jetzt, an diesem Morgen.

„Es ist der Letzte Tag“, sagen sie.

Ihnen ist gesagt, dass am Letzten Tag Auferstehung sein wird: Johannes 6, 54.

„Was danach kommt“, sagen sie, „wissen wir nicht“.

Vielleicht ist der Letzte Tag die Kehre, wo es sich zum Jüngsten Tag wendet.

Oder es ist ein und derselbe Tag, mit dem das vergehende Zeitalter endet und das kommende anfängt.

Wird man zu sich nehmen am Letzten Tag, essen und trinken, wenn es der Jüngste sein wird?

Wird man speisen, Filetstücke vom Leviathan, Spirituosen?

Wie werden die Gerichte aussehen am Jüngsten Tag, wenn es der letzte und erste zugleich ist?

Wird es Urteile geben oder werden bloß alle Verurteilungen und Vorurteile, die je stattgehabt haben, auf einmal aufgelöst sein?

 

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woher kommt der Schreiner?

Mittwoch, den 29. April 2009

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Woher kommt der Schreiner?Vom Schrein kommt der Schreiner.

Urenkel fragt: was ist ein Schreiner?

Großvater fragt sich: ein Schrein?

Ein kleines Wunder, antwortet scrinium, Urahn des Schreins,

zylindrische Kapsel, in der Buchrollen stecken und Salben.

Begrüßung des Tages

Dienstag, den 28. April 2009

Händeschütteln und Niesen meiden -

Du kommst aus Mexiko?
lass dich umarmen!

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compound

Montag, den 27. April 2009

img_1685.jpgBilder der Dinge –  Fotos, Eindrücke, Ansichten –
sind das Material für neue Bilder und aus ihnen
ergeben sich womöglich neue Sachverhalte.

Auf der Ebene der Information und des Austausches
sind Bilder Realien, so faktisch, wie irgendwas
in dieser wunderbaren, aus Möglichkeiten sich
verdichtenden und auflösenden Aktualität.

Anrede

Sonntag, den 26. April 2009

Ich bin ich.

Trotzdem sage ich dauernd du zu mir.

Nur wenn ich nicht unter uns bin, sage ich lieber ich.

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Wir wissen, wie das gemeint ist,

alle wissen das,

Sie und ihr auch,

nicht wahr?

Planung

Samstag, den 25. April 2009

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Gegenlauf

Freitag, den 24. April 2009

ans Werk

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mit Rost und Beißzange

heute hat Heimat gehisst

Donnerstag, den 23. April 2009

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Doppelbanner und Zwillingsbildschirm in eins -
das gibt es nur hier

Stoffwechsel

Mittwoch, den 22. April 2009

 

img_1644.jpgDie Welt als Makroorganismus: verzehrend,
verdauend, einverleibend und ausscheidend wie
ein gigantischer Regenwurm: aus Erde wieder
wird Erde, aus Staub wieder Staub.

Was dazwischen passiert steht
auf einem anderen Blatt. Genau dort stehen wir.

Aber auch irgendwo im Verdauungstrakt,
der von einem Ende des Universums ans andere,
img_1555.jpgaus einer Unendlichkeit in die andere reicht.

von innen her

Mittwoch, den 22. April 2009

Von der Erinnerung, die repetitiv verläuft, nach dem Prinzip der Wiederholung, ist zu unterscheiden das blitzartige Erinnern, das einem Erwachen gleichkommt. Hierbei geht es offenbar nicht bloß ums Rekapitulieren von Gedächtnisinhalten, sondern um die schlagartige Aktivierung und Aktualisierung mentaler Bereiche und Potentiale, verknüpft mit dem Eindruck von Erstmaligkeit.

Erinnern als jeweils einmalig und originär erscheinendes Ereignis, im Unterschied zu remember, recollect, reminiscere und ähnlichen Bezeichnungen, die auf rekapitulierende Vorgänge verweisen.