Monatsarchiv für August 2008

keine Alternativen

Freitag, den 22. August 2008

Große Lust, etwas zu sagen, zu flüstern, zu schreien.

Keine Alternativen.

Jedes davon muss irgendwann geschehen, irgend wann einmal sein.

Auch ohne dass jemand flüstert, sagt oder schreit.

Auch ohne dass es jemanden gibt,

eine Person, die dafür geeignet wäre,

zu schreien, zu flüstern, zu sagen.

Es muss irgendwann sein.

Spruch unter einem Wegkreuz

Donnerstag, den 21. August 2008

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Willst du Gott’s Naturen sehen

musst du in die Fluren gehen,

willst du in die Ferne gehen,

musst du in die Sterne sehen.

Richtig, denkt der Wanderer bei sich selbst:

die nächtlichen Sterne

beschwören die Ferne,

die Felder und Fluren
gehen dahin ohne Uhren.

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endlich verstehen!

Mittwoch, den 20. August 2008

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Endlich verstehen, was es auf sich hat.

Nicht unbedingt begreifen, aber verstehen.

Vernehmen, wie die Pfote einer Katze über Asphalt läuft.

Erschrocken innehalten, wenn ein Wassermolekül sich in reinen Sauerstoff auflöst.

Achtsam und wach die Flecken eines Feuersalamanders betrachten, um zu ahnen,

worauf sie hinauslaufen.

Unendliches Verstehensbegehren!

Dieses Verlangen jetzt und heute verstehen samt all seinen diesseitigen und endlichen Frachten, die es aus

einem Weltraum in den anderen trägt.

Erkenntnis: das ist auch Spedition und Logistik.

Naturgeschichte

Dienstag, den 19. August 2008

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Naturgeschichte in erstarrenden und bewegenden Bildern und Beispielen

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letzte Nacht

Dienstag, den 19. August 2008

Letzte Nacht vom Beginn eines neuen Studiums geträumt.

Die Kommilitonen bauen Altäre in ihre Buden und bekommen gelegentlich Kinder von einander, Männer von Männern, Frauen von Frauen. Im Eifer des Studiums ist der Wettstreit aufgehoben, mehr Mann oder mehr Frau sein oder haben zu wollen. Für die Lehrveranstaltungen gibt es Scheine, für verpatzte Gelegenheiten freundliche Nachrufe.

Beim Reden stimmt man sich ab und weiß, die Grenzen des Lernens sind begehbar.

Melancholisch stimmen mitunter die Anspitzer, in denen die Zeichner unter uns ihre Drehbleistifte einstecken. Das abgeschälte Holz wird in Dosen gesammelt, die man in der Regel seitlich am Rande der häuslichen Altäre ausleert.

Strapazen kommen kaum vor, und wenn – sie breiten sich nicht weiter img_4893.jpgaus. Man zieht sie wie Wäscheleinen nachts durch den Himmel und erfreut die Sterne damit. Die balancieren dann und tanzen darauf.

Dichten gehört zu den abendlichen Gemeinschaftsübungen. Tagsüber gesprochene und gehörte Sätze werden auf den Rücken gelegt und durch die Betrachtung des gestirnten Himmels, der sich über ihnen hinwegdreht, in eine Art verhaltener Trance versetzt.

Aus den Sternbilder kommen in Katarakten Sternschnuppenschwärme herab, während die Worte und Sätze wunschlos und enthaltsam in ihren fast harmonischen Atemzügen verharren.

Raucher und Nichtraucher, Abstinente und Süchtige unterscheiden sich kaum, wie an jedem beliebigen Ort der anderen Welt, wo Neuanfänge ohne Belang sind. Das liegt vielleicht daran, dass hier die Kunst des Endens zusammenfließt mit der des Anfangens. Schon die ungeborenen Kinder der Kommilitonen finden ein großes Vergnügen daran, auf Sauriern durch weitgehend unerforschte Erdzeitalter zu galoppieren.  Sie sitzen zwischen den Ohren oder angedeuteten Hörnern dieser vorsintflutlichen Viecher, betrachten die vorbeifliegenden Welträume und häkeln in aller Beschaulichkeit ihre disparaten Einblicke und Aussichten in Schicksale, DNS und Nuklearketten um.img_4870.jpg

im Amazonasdelta

Montag, den 18. August 2008

img_4930.jpgGestern im Amazonasdelta, wo der Strom sich verzweigt, in Bächen abfließt, in Rinnsale aufspaltet wegen der dazwischen aufschießenden Bergspitzen. Alles ursprünglich vulkanisch  Alles prangt und sprießt, hält sich Jahrtausende, erlischt in Sekunden wie auf dem Display einer Digitalkamera. Filigrane Reiher und Flussrehe kommen, wandeln, gehen lautlos davon. Fliegende Fische landen und bauen Nester in abgestorbenen Bäumen. Man hört sie nicht, man sieht sie nicht, sie sind trotzdem da. Wenn man sie sähe, sie wären nicht zu erkennen.

Auch Fledermäuse, Kaulquappen, Wasserhahnenfuß in rosa und gelb.

Hier weht noch der große Hauch ursprünglicher Natur. Geballt und gefiedert geht es einher, meerwärts wie die gewaltige Strömung, die den unverzichtbaren klimatischen Austausch herstellt zwischen Amazonasdelta und einer kaum entsprungenen, doch schon wieder geräuschlos versickernden Donau.

Widerspiel

Sonntag, den 17. August 2008

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Perfekte Kopien, brillante Reproduktionen, täuschend echte Repliken ….

Ein verschlungener Weg zurück ins Original, Vorgang, in dem sich der Kontakt mit den Ekstasen, Erschütterungen und Inspirationen einstellt, aus denen beinahe alles frisch hervorgeht.

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Stützkunst

Samstag, den 16. August 2008

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constant perception

Samstag, den 16. August 2008

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go fire and oil
to your intimate market
next corner by canoe
by paddle
by wing
person unkown
try this desperate
company cooperation with nowhere
desist on the way from strange but seductive displayers
don’t keep your eyes your fingers in pie
the maker of dough might come and cut
finger in pieces
and pie.

schwanken

Freitag, den 15. August 2008

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schwanken zwischen Wiege, Schmankerl und Schaukel

unentwegt hin und her

her und hin wiegen und schwanken

die Saathalme, das Schilfrohr, die Maisstauden,

sie alle vermissen dich dein verschwundenes Schwanken:

jäh und abrupt gehst du aufrecht durch eine Landschaft

die vielen, ja allen völlig unbekannt ist.

Sie steht fest, wie genagelt auf einen Erdteil

der samt seinen Grundfesten einbetoniert

durch unbekannte Galaxien dahinfliegt.