Monatsarchiv für Juni 2008

über Hähne

Samstag, den 21. Juni 2008

img_0509.jpgTrauerhahn heißt der ältere Bruder.

Den anderen kennen wir besser
beim Namen und bei der gefiederten Gestalt,
in der er im Gebirge auftaucht.

Was frisst er dort?

Fragen wir ihn doch einfach:

Auerhahn, Sauerhahn, wovon lebst du?

Auerhahn: Brot, Butter und Lügen mit Salzkartoffeln, davon lebe ich.

Doch zu eurer Information: der Name kommt vom Auftreten: amerikanisch ist das our cock, eingedeutscht Auerhahn. Mit M wie Moritz davor bin ich der Mauerhahn.

Wir: Klar, aber wie reimt sich das mit deinen Auftritten im Gebirge?

Auerhahn: Ehe sie in die Rocky Mountains auswanderten, sind die Amerikaner als erste hier gewesen. Heute bedauern sie es natürlich, nicht geblieben zu sein. Im übrigen sind sie bildlich zu verstehen: Stapel und  Säulen, Berge und Gebirge aus Bildern, wie das Auge sie einfängt und das Hirn wieder wegwirft. Sie bilden den gigantischen Misthaufen, auf dem ich krähe.

Wenn das nicht gekommen wäre, man hätte mich eingefangen und auf Gewinde gezüchtet. Heute würde ich am Ende der Leitungen als Wasserhahn dienen, wie meine jüngeren Brüder.

Wir: Ja, vielleicht. Mit Ausnahme deines älteren Bruders. Der ist geblieben.
Der hat sich bei uns eingelebt.

aufgeschlagen

Freitag, den 20. Juni 2008

img_0505.jpgEin kleines schwarzes Buch mit roten Ecken und kariertem Papier.

Darüber ein großes, ein größeres Weißes, aufgeschlagen

aber nicht zu lesen.

Wir schlagen es auf: es ist für Blinde.

Wenn die eine Hand reinschreibt, mit dem Stift aufdrückt und die andere hält, dämmert es:

wir können lesen!

Erleuchtungsblitze

Donnerstag, den 19. Juni 2008

mit Beil und Schlagbohrer, Cutter und Sprühdose

FRAKTALE erstellen
konzeptuelle Sachverhalte

deren Lebensdauer in der Praxis höchst intensiv

in der Tat nur Nanosekunden beträgt.

im Gebirge

Donnerstag, den 19. Juni 2008

img_0504.jpg

Frühsommer 08:
in Ronnenberg/Nds.
unter Gletscherspalten 
Schneegespenster
Erdgeister geraten …

no choice is left

Mittwoch, den 18. Juni 2008

No choice is left to a poet
he has to take balance or loose
walks preliminary postponed
rides on a sublime…
See, he chews pepper and popcorns,
devores mintballs and words,
see him, he takes dust from the things
and danses and acts like the bees. 
He knows different grasses and
visits neighbours as woods;
somnambulistic walks he takes through nights
when they fall
(and surely they fall)
but their fall is hard to explain
is like an explosion
and not to explain
in darknesses heart. 

Go in the woods and learn
by  ivy, by skivy , by why?we
study schemes as the greeks
though disintegrated and vaste
study shadows and beams in the garbage
whereever they come from and
beam those digital scenes
in your brains.

proud tower

Dienstag, den 17. Juni 2008

Three questions in need
Proud tower, when do you go to bed?
At what time do you open your high-fans on top?
What will they show, all these towels and flags
at your seventy corners,
when wind will be storm and storm grow strong and desaster?
Think with the trees!
remind cypress
to grow on
your grave!

beunruhigte Kontemplation

Dienstag, den 17. Juni 2008

img_0500.jpg

In Anberaumung all der Dinge, die da geschehen sollen, die unternommen werden möchten,

schlagen Hals über Kopf die Arme zusammen.

Die Flächen der Hände schlagen zusammen wie zwei gegenläufige Wellenkämme.

Sie verbinden sich direkt über dem Scheitel des Hauptes, über dem sie zusammenschlagen, beziehungsweise zusammengeschlagen werden.

Dort richten sie sich auf.

Dann bleiben sie ineinander kleben, wie aus Marmor, Zement oder für eine Ewigkeit gemacht, in der ausreichend Zeit für versunkene Betrachtung sein sollte.

fertig

Montag, den 16. Juni 2008

img_0498.jpg

fertig?
da muss noch gras drüber wachsen,
mehr meergrün vielleicht …
dann ja

2 zu 2t

Sonntag, den 15. Juni 2008

img_0497.jpgimg_0496.jpgtwo to two

it is

Sonntag, den 15. Juni 2008

Today is Day of Atonement which rolls under Fortunas big foot
White thunder standing above
to teach his black brother
Both thunders melt by the brilliant heat of a blizzard
in One Only Thunder. 

Between bottom and top of
my house: all people are gathered
like rain in a circular bowl
between the uppermost parts of my body and
between the rest of my brain: deep ground
they breath and give and take words
I wonder really
why. 

Flag poles in the innermost parts of my house.
Different winds take them and move them and rape
fabrics and stuff
into different
parts of a sky. 

This is Day of Atonement and we look and lock up wide open gates
many colours in them
some purple and deep
and some only black
red shutter cut out of bones and anyhow shut. 

Try to tell and explain to my soul ashes
ashes are pulled out of a graveyard far off.
Yes, in times I am here within dreams and fine pixeled hours
sieved moments and minutes thoroughly shifted
and riddled and strained –
gateway worshippers
keep strong
observance
known from beyond. 

Eine jüdische Legende im Talmud sagt, alle Kräfte und Gewalten im Himmel hätten sich abgestimmt über die Erschaffung des Menschen. Alle stimmten überein, fast alle.

Nur einige, vor allem eine einzige war dagegen: die Wahrheit.

Deswegen wurde sie aus dem Himmel gestürzt und ist in keiner Himmelskunde und in keiner Gotteslehre mehr zu finden. Sie liegt auf dem Boden, sie liegt uns zu Füßen, zerschlagen, k.o.

Das wäre bildlich gesprochen.

Aber in Wirklichkeit muss man auch sagen, wir treten und zertreten mit Füßen und können auch gar nicht anders, selbst wenn wir wollten, selbst wenn wir wüssten, was wir da schrittweis und fußbreit betreten.